Die hauptsächliche Infanteriewaffe des Mittelalters war, wie über die längste Zeit der menschlichen Geschichte, der Spieß. Zum dargestellten Zeitraum sind allerdings ebenso Schwarzpulverwaffen wie Arkebusen, Feldschlangen, Mörser usw. verbreitet. Als Seitenwaffen kommen Schwerter, Messer und Dolche zum Einsatz. Vorgestellt werden hier ein etwa 2,30m langer schwerer Infanteriespieß, ein Fußsreithammer, ein langes Schwert mit Scheide und diverse kürzere Klingen (aufsteigend): ein Hodendolch, ein Scheibendolch und ein langes Messer.

 

Insbesondere das aufsteigende Bürgertum bediente sich Symbolen wie dem oben abgebildeten Hodendolch, der repräsentativ am Gürtel, stellenweise sogar mittig vor dem Schritt, getragen wurde. Ursprünglich handelte es sich bei dieser Art Waffe um ein einschneidiges Arbeitsmesser. Der Scheibendolch wird in den Bildquellen häufiger im militärischen Kontext verortet, ist er in der hier vorliegenden Form auch definitiv eine vornehmliche Stichwaffe mit geringem handwerklich praktischem Nutzen. Das lange Messer entwickelt sich zunächst ebenso aus einem ländlichen Arbeitsmesser/Jagdbesteck hin zu einer Waffe, die durchaus auch repräsentativen Charakter annehmen konnte. Ob und welche Waffen innerhalb der Stadtmauern geführt werden durften, wurde dabei in den städtischen Ordnungen geregelt.

 

Das abgebildete lange Schwert ist der Gipfelpunkt einer Entwicklung von einer zu Schnitt und Hieb ausgelegten Klingengeometrie hin zu einer für den Stich optimierten Form. Der diamantförmige Querschnitt der Waffe mit profiliertem Mittelgrat führt zu einer erhöhten Kontrolle des Orts (Klingenspitze), die dadurch erreichte Versteifung hilft bei Stichattacken und Halbschwerttechniken. Hierbei findet die zweite Hand Platz an der Klinge des Schwertes um die Ortkontrolle noch weiter zu erhöhen und die Waffe zu verkürzen. Das lange Gehilz (Griffstück) gewinnt dabei auch weitere Funktionen, z.B. durch Ausnutzung des Knaufs als Hammer oder als Hebelansatz. Insbesondere zum Kampf gegen gerüstete Genger entwickelte sich diese Kampftechnik, um im durch Schnitte unantastbaren Harnisch Blößen gezielt anzugreifen oder den Gegner durch Hebeltechniken zu Fall zu bringen. Darüber hinaus entwickelte sich um das lange Schwert eine ausgefeilte Fechttradition und ein regelrechter Volkssport, wie zahlreiche Fechtbücher belegen. Das Gewicht des vorliegenden Stücks liegt bei rund 1,5kg, die Länge bei 125cm.

 

Der Fußstreithammer entwickelt sich als spezialisierte Waffe um herüstete Gegner zu bezwingen. Schulter bis mannshoch, am unteren Ende mit einer Spitze, am oberen häufig mit Spieß, Hammer und rückseitigem Dorn bestückt, ermöglicht die Waffe eine Fülle an Ansatzpunkten, um Blößen im Harnisch des Gegners auszunutzen.